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Sicherheit

Wie finde ich den richtigen Kindersitz?

Sicherheit steht bei unseren Kindern an erster Stelle. Aus der Geburtsklinik entlassen, wartet schon die erste “Herausforderung” auf junge Eltern: Wie bringen wir das Baby sicher vom Krankenhaus nach Hause?

Solltest du mit dem Auto abgeholt werden, gibt es auf diese Frage nur eine richtige Antwort: Mit dem richtigen Kindersitz!

Welcher ist der beste Autokindersitz?

Es gibt eine Reihe von wirklich empfehlenswerten Kindersitzen. Aber Achtung: Diese müssen optimal zum Fahrzeug passen und richtig bedient werden!
Nicht jeder Testsieger ist für alle Fahrzeuge geeignet. Sitze mit ISOFIX sind nicht immer leicht zu montieren und passen auch nicht für alle Fahrzeuge. Eine gute Beratung ist hier mehr wert als der eine oder andere günstige Autokindersitz.

Autokindersitze dienen in erster Linie der Sicherheit. Daher solltest du dir ausreichend Zeit beim Kauf des idealen Kindersitzen geben. Wie gesagt muss der Sitz zum Fahrzeug passen.  Du solltest das Einbauen und Montieren vor dem Kauf unbedingt im eigenen Fahrzeug ausprobieren. Wenn es sich nicht um eine Babyschale handelt, solltst du dein Kind zum Kauf mitnehmen und probesitzen lassen.

Was ist Pflicht?

Das Gesetz sagt: Für Fahrzeuge, deren Sitze mit Gurten ausgestattet sind, müssen geeigneten („der Größe und dem Gewicht der Kinder entsprechende“) Kinderrückhaltesystemen verwendet werden. Das gilt für alle Kinder unter 14 Jahren, die kleiner als 150 cm sind! Bei Nichtbeachten dieser Regelungen drohen Geldstrafen und eine Vormerkung im Führerscheinregister („Punkteführerschein“).

Wir würen uns wünschen, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, sein Kind optimal zu sichern. Die Statistik zeigt zwar, dass jährlich weniger Kinder bei PKW-Unfällen zu Schaden kommen, dennoch ist jedes Kind noch immer eines zu viel.

Wie komme ich zu einem sicheren Autokindersitz?

Der sicherste Kindersitz ist jener, der optimal zum Kind und Fahrzeug passt und richtig verwendet wird. Über 60% der Sitze werden nicht korrekt verwendet.

Ein Autokindersitz muss der Größe und dem Gewicht des Kindes entsprechen. Und er muss bestmöglich im Fahrzeug montierbar sein. Ein Autokindersitz ist ein Produkt, das die Gesundheit deines Kindes schützen soll. Deshalb gilt:

  • Wähle den Autokindersitz für dein Kind sorgfältig aus.
  • Nimm immer Auto und Kind zum Kauf des Kindersitzes mit.
  • Der Sitz muss dem Gewicht und der Größe des Kindes entsprechen.
  • Der Kindersitz soll einfach und fest im Fahrzeug einzubauen sein.
  • Der beste Sitz hilft nichts, wenn er nicht korrekt montiert ist.
  • Lass dir den Einbau genau erklären und vorführen.
  • Probiere den Einbau in deinem Fahrzeug selbst aus.
  • Beachte unbedingt die Einbau- und Bedienungsanleitung des Sitzherstellers und die Betriebsanleitung des Fahrzeugherstellers!

Welcher Kindersitz darf im Auto verwendet werden?

Autokindersitze müssen mindestens der Norm ECE R44/03 entsprechen. Autokindersitze, die nicht mindestens nach ECE R44/03 geprüft sind, dürfen ab dem 1.1.2007 nicht mehr verwendet werden. Der Verkauf von Autokindersitzen ist nur erlaubt, wenn diese der aktuellen Normversion ECE R44/04 entsprechen. Das gilt übrigens auch für gebrauchte Autokindersitze!
Welcher Normversion ein Sitz entspricht, ist an dem ECE Prüfzeichen zu erkennen.

Das ECE-Prüfzeichen verstehen

das ECE-Prüfzeichen für Kindersitze verstehen.Das ECE Prüfzeichen:

  1. Aussage, nach welcher Kategorie der Kindersitz zugelassen ist
  2. zugelassen für Körpergewicht
  3. “Y” besagt, dass dieser Kindersitz einen Schrittgurt hat
  4. Europäisches Prüfzeichen
  5. Kennzahl des Landes, in welchem die Zulassung erfolgte (1=Deutschland, 2=Frankreich, 3=Italien, 4=Holland …)
  6. Nummer der Zulassung. Die beiden ersten Ziffern zeigen, nach welcher Version der ECE R44 der Kindersitz zugelassen ist (in diesem Fall ECE R44/04)
  7. fortlaufende Nummer

 

Die Gewichtsgruppen bei Kindersitzen

Autokindersitze werden in bestimmte Gewichtsgruppen eingeteilt:

  • Gruppe 0+: Babys bis max. 13 kg Körpergewicht (ca. 0- 15 Monate)
  • Gruppe 1: Kleinkinder von 9 bis 18 kg (ca. 9 Monate – 4 Jahre)
  • Gruppe 2/3: Kinder von 15 bis 36 kg (3-12 Jahre)

Dazu gibt es noch Kombinationssitze 0/1 oder 0+/1 bzw. 1/2 oder 1/2/3, welche die Bedingungen für mehrere Gruppen erfüllen und so über längere Zeit verwendet werden können.

Gruppe 0+ (0-13kg)

Kindersitz - Babyschale, babyliegeschale, Gruppe 0+Kindersitze der Gruppe 0+ sind sogenannte Babyliegeschalen bzw. Babyschalen. Sie werden ausschließlich gegen die Fahrtrichtung montiert. Die Montage am Beifahrersitz bei aktivem Beifahrerairbag ist verboten. Über die Möglichkeit der Deaktivierung gibt die Betriebsanleitung des Fahrzeuges oder der Fahrzeughersteller Auskunft. Der Seitenairbag hat bei bisherigen Tests keine Gefahr für die Kinder dargestellt. Voraussetzung ist aber die Verwendung eines guten Autokindersitzes.

Fahre dein Kind solange wie möglich gegen die Fahrtrichtung. Wechsle nicht zu früh in die nächste Sitzgruppe! Solange sich der Kopf deines Kindes innerhalb der Schale befindet, kannst du den Sitz weiterverwenden.

Informiere dich jedoch rechtzeitig für einen Sitz der nächsten Gruppe. So kannst du in aller Ruhe den optimalen Sitz auswählen.

Gruppe 1 (9-18kg)

Kindersitz: .Kinderautositz der Gruppe 1Bei Gruppe-1.Sitzen gibt es unterschiedliche Systeme. In Österreich sind die in Fahrtrichtung gerichtete Schalensitze mit 5-Punkt-Gurten am häufigsten. Vorteilhaft ist hier die meist unkomplizierte Montage und Benützung. Als Nachteil gilt die systembedingte höhere Belastung im Halswirbelbereich (HWS) bei einem Frontalcrash.

Bei gegen die Fahrtrichtung montierten Sitzen (Reboard) ist die Belastung der HWS weitaus geringer als bei einem Vorwärts gerichteten Sitz. Die Montage eines Reboard-Sitzes ist etwas aufwendiger und es wird etwas mehr Platz benötigt. Bei Reboard-Sitzen solltest du auf keinen Fall auf einen Probeeinbau im eigenen Fahrzeug verzichten.

Kindersitz der Gruppe 1 mit FangkörperEtwas seltener in dieser Gruppe sind Fangkörpersitze. Das sind meist gruppenübergreifende Sitze, also Sitze, die von 9-36 kg zu verwenden sind. Bei Fangkörpersitzen ist die Belastung im HWS Bereich geringer als bei in Fahrtrichtung gerichteten Sitzen. An die Werte eines Reboard-Sitzes kommen sie aber nicht heran. Ein Nachteil bei Fangkörpersitzen kann die Inakzeptanz des Fangkörpers von deinem Kind sein. Auf eine Sitzprobe solltest du als auch hier nicht verzichten.

Gruppe 2+3

Kinderautositz der Gruppe 2+3Die wesentlichen Aufgaben eines Gruppe 2+3 Autokindersitzes bestehen in der Optimierung der Gurtführung und dem Seitenaufprallschutz im Kopf- und Rumpfbereich. Erreicht wird das durch ein Sitzkissen in Verbindung mit einer verstellbaren Rückenlehne.

Neben der Funktion, den Schultergurt optimal zu positionieren, erhöhen die Rückenlehnen ganz wesentlich den Schutz beim Seitencrash. Bei neueren Sitzen bewirkt die Rückenlehne auch die korrekte Führung des Beckengurtes. Eine falsche Gurtführung kann vor allem im Bauchbereich zu schweren Verletzungen führen. Mit einem Sitzkissen alleine ist kaum eine optimale Gurtführung zu erreichen.

Die Rückenlehne dient aber auch dem Komfort. Eine Liegeposition wie bei Gruppe 1 Sitzen ist zwar nicht möglich, die meist einstellbare leichte Neigung und die Kopfstütze machen das Reisen aber angenehmer.

Das ISOFIX-System

ISOFIX ist ein System, bei dem Kindersitze mit zwei Schnapphaken an definierten Metallhaken im Fahrzeug befestigt werden. Diese feste Verbindung ermöglicht im Fall des Falles eine möglichst frühe Verzögerung des Autokindersitzes, die Belastungen werden dadurch verringert.

ISOFIX hat aber auch den Vorteil, dass die Montage meist weniger Aufwendig bedeutet, als bei gurtmontierten Sitzen. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlbedienung geringer. Das kommt schlussendlich auch wieder der Sicherheit zugute.

Oftmals können ISOFIX-Sitze optional auch nur mit dem Fahrzeuggurt montiert werden. Die neueren Sitze bieten diese Möglichkeit nicht mehr an.

Da ISOFIX Sitze nur an zwei Stellen fixiert sind, kann es zu einer Rotation des Sitzes kommen. Das soll durch einen Stützfuß oder die Verwendung eines Zusatzgurtes (Top Tether) verhindert werden. Deshalb gibt es auch unterschiedliche Zulassungskriterien (universal, semiuniversal und fahrzeugspezifisch).

Nicht jeder ISOFIX Sitz kann und darf in jedem Fahrzeug verwendet werden! Auskunft darüber, ob eine Zulassung für dein Fahrzeug besteht, geben die Fahrzeuglisten der Kindersitz-Hersteller.

Wir haben auch die Erfahrung gemacht, dass es bei zugelassenen Fahrzeugen Probleme beim Einbau geben kann. Deshalb gilt auch hier: den Sitz im eigenen Fahrzeug ausprobieren.